Bei der Recherche zum Namen des Miesbachs ist mir etwas aufgefallen: Meine E-Mails scheinen anders anzukommen, wenn „Stadtrat“ unter meinem Namen steht. Ich habe das Gefühl, ernster genommen zu werden. Mehr weiß ich deswegen natürlich auch nicht.
Am 24. September war unsere gemeinsame Spurensuche zum Bachnamen auch Thema bei „quer“ im Bayerischen Fernsehen. Dort ging es außerdem um größere geografische Umbenennungen. Ein Gesprächspartner sagte dazu: „Das ist ein Stück Machtausübung.“
Für mich steckt auch in der Erfahrung mit meinen E-Mails ein Stück davon. Wenn eine Anfrage durch mein Amt mehr Gewicht bekommt, habe ich Einfluss. Das hilft, etwas anzustoßen. Es bedeutet aber auch, dass ich darauf achten muss, wie gut ich das verstanden habe, wozu ich mich äußere.
Bei der Vorbereitung auf Sitzungen wird das für mich konkret. Mich in vier Tagen in zehn unterschiedliche Themen einzuarbeiten, finde ich anspruchsvoll. Ich möchte die Kosten verstehen, mögliche Alternativen kennen und einschätzen können, welche Folgen eine Entscheidung hat.
Dafür brauche ich die Unterlagen, die Fachkenntnis der Verwaltung und den Austausch in der Fraktion und im Stadtrat. Viele Kolleginnen und Kollegen bringen Erfahrungen mit, die mir als neuem Mitglied noch fehlen.
Vor meinem ersten Wortbeitrag im Juli habe ich beispielsweise bei der Verwaltung nachgefragt, ob beim Straßensanierungsprogramm auch die Radwege mitgedacht werden. Der zuständige Mitarbeiter erklärte mir, dass er sie grundsätzlich im Blick hat. Das Gespräch hat mir geholfen, besser zu verstehen, was die Verwaltung bei der Planung bereits berücksichtigt.
Für mich besteht die Herausforderung gerade darin, trotz begrenzter Zeit zu einer begründeten Einschätzung zu kommen. Und zu erkennen, wenn mir dafür noch etwas fehlt.
In diese Rolle wachse ich gerade hinein.